Kulturkampf in Wuppertal: Das Aus fürs UNDERGROUND – Szene wehrt sich mit Kundgebung

Bildquelle: Vlad-Thorben von Moderlust
Das Sterben subkultureller Ankerpunkte greift weiter um sich. Nach Schließungen in ganz Deutschland trifft es nun auch Wuppertal hart: Mit dem „UNDERGROUND“ verliert die Region einen ihrer wichtigsten Zufluchtsorte für die Gothic-, Metal- und Alternative-Szene. Verantwortliche und Initiatoren wollen diesen Kahlschlag nicht länger hinnehmen und rufen für den 3. Oktober 2026 zu einer lautstarken Kundgebung auf.
Der schleichende Verlust von Freiräumen ist längst kein lokales Problem mehr. Bundesweit brechen traditionelle Veranstaltungsorte weg – vom Castle Rock Festival in Mülheim über das Ende des Feuertal Festivals und den Verlust der SubKultur in Hannover bis hin zum bitteren Aus des Wuppertaler UNDERGROUND. Während in den Mainstream-Medien kaum über diesen Kulturverlust berichtet wird – oft unter dem Vorwand, die Szene sei „nicht massentauglich“ –, spricht die Realität eine völlig andere Sprache.
Enorme Nachfrage und bewiesene Zugkraft:
Dass die Alternative- und Gothic-Kultur keineswegs eine Randerscheinung ist, beweisen die Fakten:
- Beim ESC-Vorentscheid 2023 zeigten Lord of the Lost, welch riesige Fankultur hinter der Szene steht.
- Auch beim Vorentscheid 2025 wurde Feuerschwanz durch fragwürdige Methoden kurz vor dem Finale ausgebremst.
- Große Events wie das Amphi Festival meldeten in diesem Jahr so früh wie nie zuvor restlos ausverkauft – selbst die Tageskassen-Option über das Reservierungssystem war nach nur einer Woche dicht.
Kritik an der Stadtpolitik: „Ignoriert und ungerecht behandelt“
Die Initiatoren, die zum Teil seit 40 Jahren tief in der Gothic-Szene verwurzelt sind, machen deutlich: Jammern ist keine Option. Die aktuellen Bedingungen und der Umgang mit den Freiräumen werden von den Akteuren sogar als schlimmer empfunden als in den 1990er Jahren.
Besonders bitter stößt der Szene auf, dass von offizieller Seite – etwa rund um das Alte Schauspielhaus / zukünftige Pina Bausch Zentrum – händeringend nach Ideen gesucht wird, während konkrete und handfeste Event-Vorschläge der Alternativkultur schlichtweg ignoriert werden. Die Kritik richtet sich dabei keineswegs pauschal gegen klassische Kulturformen wie Theater oder Oper, sondern fordert schlicht Fairness und Gleichbehandlung nach dem Grundgesetz. Gefordert werden keine Millionen-Injektionen für elitäre Leuchttürme, sondern echter Respekt und unbürokratische Unterstützung für gewachsene Freiräume.
„Kundgebung und Letztes Geleit“ am 3. Oktober 2026:
Wer die subkulturelle Basis verdrängt, entzieht der Kultur das Herz. Deshalb schlägt die Szene jetzt zurück – laut, direkt und entschlossen. Oberbürgermeisterin und die Verantwortlichen des Pina Bausch Zentrums wurden offiziell eingeladen, sich den Fragen der Community zu stellen.
- Wann: 3. Oktober 2026, von 18:34 Uhr bis 20:59 Uhr
- Wo: Auf dem Platz direkt neben dem UNDERGROUND – Wuppertal (Bundesallee 268) beim Alten Schauspielhaus / zukünftiges Pina Bausch Zentrum (Bundesallee 260, 42103 Wuppertal).
Text: TALNEWS | Leon Wagemann
Quelle: Pressemitteilung, vom 25.09.2026 | Vlad-Thorben von Moderlust
Veröffentlicht: 26.09.2026 | 15:50
