Die Stadtwerke Remscheid starten Pionierprojekt: Neuer High-Power-Ladepark an A1 mit 400 kW, grünem Strom & E-Lkw-Ladepunkten. Eröffnung mit OB Wolf – Mobilitätswende voran!

Die Stadtwerke Remscheid haben in Remscheid ihren ersten öffentlichen Schnellladepark eröffnet und damit ein neues Angebot für die Ladeinfrastruktur geschaffen. Der Standort liegt im Gewerbegebiet Auf dem Knapp 19 direkt an der Autobahn-Anschlussstelle A1 Remscheid und ist sowohl für Elektroautos als auch für Elektro-Lkw ausgelegt. Der offizielle Start erfolgte am 10. April 2026, nachdem der Spatenstich für das Projekt bereits am 13. November 2025 gesetzt worden war. Mit der Eröffnung wollen die Stadtwerke den Ausbau der emissionsfreien Mobilität in der Stadt weiter voranbringen und gleichzeitig ein Zeichen für einen modernen, zukunftsorientierten Wirtschaftsstandort setzen.
Der Ladepark ist technisch auf hohe Leistungsfähigkeit ausgelegt. Vor Ort stehen insgesamt zehn High-Power-Charging-Ladepunkte an fünf Hyperchargern zur Verfügung, die jeweils bis zu 400 kW Ladeleistung ermöglichen. Besonders bemerkenswert ist, dass der Standort auch für den Schwerlastverkehr konzipiert wurde: Zwei der Hypercharger sind mit flüssigkeitsgekühlten Kabeln ausgestattet und bieten vier Ladepunkte speziell für E-Lkw. Damit lässt sich ein E-Lkw in rund 45 Minuten mit Energie für bis zu 250 Kilometer Reichweite laden, was den Standort vor allem für den gewerblichen Verkehr attraktiv macht.
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf Nachhaltigkeit und Energieversorgung. Sämtliche Ladeplätze werden mit grünem Strom der EWR GmbH versorgt, zusätzlich liefert eine 50 kWp starke Photovoltaikanlage auf der Carport-Überdachung Strom direkt an die Ladestationen vor Ort. Auch bei den Kosten setzt der Betreiber auf klare Bedingungen: Der Einstiegspreis liegt bei 0,48 Euro pro Kilowattstunde und gilt einheitlich für alle Nutzer, unabhängig davon, ob ein Pkw oder ein Lkw geladen wird. Eine vorherige Vertragsbindung ist dafür nicht nötig, zudem entfällt an diesem Standort vollständig ein Ladeverfügbarkeitsentgelt.
Neben Leistung und Preis wurde auch an den Komfort gedacht. Das Solardach schützt die Fahrzeuge und Nutzer vor Witterungseinflüssen, während Videoüberwachung und ein modernes Beleuchtungskonzept für Sicherheit sorgen sollen. Sitzbänke und kostenfreies WLAN erhöhen den Komfort während des Ladevorgangs, außerdem befindet sich in etwa 100 Metern Entfernung ein Backshop mit Erfrischungen und Snacks, der durch Automaten auch rund um die Uhr verfügbar ist. Eine Toilettenanlage soll in den kommenden Wochen ergänzt werden.
Die Verantwortlichen sehen den Ladepark als wichtigen Schritt für die Mobilitätswende in der Region. Stadtwerke-Geschäftsführer Mike Giera betonte, dass das Unternehmen bereits heute 583 öffentlich zugängliche Ladepunkte betreibe und den Ausbau emissionsfreier Mobilität konsequent vorantreibe. Christoph Nath verwies darauf, dass mit dem neuen Standort erstmals gezielt auch der Schwerlastverkehr in die Infrastrukturplanung einbezogen werde und damit ein echtes Pionierprojekt entstanden sei. Oberbürgermeister Sven Wolf sprach von einem wichtigen Baustein für die städtische Mobilitätswende und hob hervor, dass Remscheid mit dem Projekt seine Zukunftsfähigkeit und den Klimaschutz in der Region stärke.
Auch mit Blick auf künftige Entwicklungen ist der Standort vorbereitet. Die Anlage ist bereits für Megawatt-Ladesysteme ausgelegt, sodass spätere technische Erweiterungen möglich sein sollen. Zur Eröffnung wurde zudem der Mercedes-Benz eActros 600 präsentiert, ein E-Lkw mit einer Batteriekapazität von über 600 Kilowattstunden und einer Reichweite von mehr als 500 Kilometern unter praxisnahen Bedingungen. Das Fahrzeug ist ebenfalls für das Megawatt Charging System vorgerüstet und soll zeigen, wie sich moderne Logistik und elektrische Antriebe künftig verbinden lassen.