Bahnchaos in NRW: Orientierungslosigkeit bei SEV in Wuppertal

Bilderstrecke Generalsanierung auf der Schienen, Bahnhof Oberbarmen


Zwischen Hagen, Wuppertal und Köln läuft seit dem 6. Februar 2026 eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für den Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen auf Hochtouren. Die Deutsche Bahn bzw. ihre Infrastrukturtochter DB InfraGO erneuert auf dem Korridor zwischen Ruhrgebiet, Bergischem Land und Rheinland mehr als 80 Kilometer Gleis, 28 Weichen und rund 30 Kilometer Oberleitung, zusätzlich entstehen knapp vier Kilometer neue Schallschutzwände, die Anwohnende spürbar entlasten sollen. Für Reisende bedeutet das allerdings eine lange Durststrecke: Bis zum 10. Juli 2026 ist die Strecke Hagen–Wuppertal–Köln für den Personen- und Güterverkehr weitgehend gesperrt, Fernzüge werden umgeleitet, im Regionalverkehr ist ein umfangreicher Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. In Wuppertal bündeln sich die Auswirkungen besonders deutlich, denn parallel zur Streckensanierung investiert die Bahn in mehrere Stationen der Stadt. Am Bahnhof Wuppertal-Oberbarmen sind die Bauarbeiten bereits voll im Gange: Teams arbeiten am Gleis und Gleisbett, alte Strukturen werden ausgebaut, auf den Bahnsteigen wird geschweißt und vorbereitet. Der bisherige Übergang verschwindet, stattdessen entsteht ein neuer Südsteg mit Treppen und Aufzug, der bis Ende 2027 fertiggestellt sein soll und künftig einen barrierefreien Zugang ermöglicht. Finanziert wird das Projekt von Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, Land NRW und Stadt Wuppertal gemeinsam – ein Millionenpaket, das die Verknüpfung im städtischen Nahverkehr deutlich verbessern soll. Während die Generalsanierung der Strecke voraussichtlich Mitte 2026 abgeschlossen ist, werden sich die Arbeiten an Bahnhöfen wie Oberbarmen und Barmen länger hinziehen. Pendlerinnen und Pendler brauchen daher Geduld – sollen am Ende aber von modernerer, leiserer und zuverlässigerer Infrastruktur profitieren, die auch den künftigen RRX-Verkehr besser aufnehmen kann.

Text & Bilder: TALNEWS | Leon Wagemann
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Schlechte Beschilderung, fehlendes Personal und zugeparkte Haltestellen belasten Pendler – besonders in Wuppertal-Oberbarmen häufen sich Beschwerden

Seit Beginn der Generalsanierung der Bahnstrecken zwischen Hagen, Wuppertal, Düsseldorf, Solingen und Köln am 6. Februar 2026 herrscht auf vielen NRW-Strecken Ausnahmezustand. Die Bauarbeiten sollen bis zum 10. Juli dauern – doch schon jetzt häufen sich Klagen über chaotische Zustände, unklare Beschilderungen und überforderte Ersatzverkehre. Besonders in Wuppertal-Oberbarmen zeigt sich: Die Kommunikation mit den Fahrgästen steckt im Dunkeln – im wahrsten Sinne des Wortes.

Großbaustelle auf der Schiene: Chaos und Orientierungslosigkeit zwischen Hagen, Wuppertal und Köln

Seit dem 6. Februar 2026 um 21 Uhr herrscht entlang der Bahnstrecken zwischen Hagen, Wuppertal, Düsseldorf, Solingen und Köln Ausnahmezustand: Die Deutsche Bahn hat mit einer großangelegten Generalsanierung begonnen, die voraussichtlich bis zum 10. Juli 2026 um 21 Uhr andauern soll. Das Bauprojekt betrifft zentrale Verkehrskorridore des NRW-Schienenverkehrs und sorgt bei Pendlern und Reisenden für massive Einschränkungen. Zahlreiche Linien, darunter die S8, S9 und RB48, sind von Sperrungen betroffen, Schienenersatzverkehre sollen die Lücken füllen. Doch besonders in Wuppertal und Umgebung zeigt sich: Die Umsetzung der Ersatzverbindungen funktioniert vielerorts nur unzureichend. Am Bahnhof Wuppertal-Oberbarmen sind die Hinweise zu den SEV-Haltestellen schlecht erkennbar, teilweise kaum vorhanden oder so klein, dass sie in den Abend- und frühen Morgenstunden praktisch unsichtbar bleiben. Reisende berichten von erheblichen Orientierungsproblemen, insbesondere wenn keine Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter vor Ort sind – und genau das war an mehreren Kontrolltagen der Fall. Die von der Deutschen Bahn beauftragten Fremdfirmen scheinen punktuell Personal einzusetzen, in Oberbarmen jedoch zeitweise gar nicht. 

Verloren im Ersatzverkehr: Wenn Pendler in Wuppertal im Dunkeln stehen

Hinzu kommt ein gravierendes Verkehrsproblem: Auf der Berliner Straße, Höhe Hausnummern 207 bis 211, wurden für die SEV-Busse Halteverbotszonen eingerichtet. Bei einer Vor-Ort-Beobachtung waren dort jedoch dennoch rund zehn Fahrzeuge geparkt – direkt in den ausgewiesenen Zonen. Die Folge: Die Haltestellen sind für Busse und Fahrgäste kaum zugänglich und zudem schlecht sichtbar. Einige Betroffene gaben an, bis zu 20 Minuten benötigt zu haben, um den Haltepunkt der Ersatzbusse zur S8 in Richtung Düsseldorf überhaupt zu finden. Zwar hat die Bahn an einigen Stellen Plakate mit QR-Codes aufgehängt, die per Smartphone zur Orientierung dienen sollen, doch was ist mit Reisenden, die kein Handy besitzen oder sich mit Technik nicht auskennen – etwa vielen älteren Menschen? Am Wuppertaler Hauptbahnhof hat man immerhin besser vorgesorgt: Bodenmarkierungen führen dort zu den Ersatzhaltestellen und erleichtern tagsüber die Orientierung. In den dunklen Morgen- und Abendstunden jedoch sind auch diese Markierungen kaum erkennbar. Das Bild, das sich derzeit zwischen Hagen und Köln zeigt, ist eines von unzureichender Information, fehlender Koordination und mangelnder Kundenorientierung. Die Großbaustelle mag notwendig sein – doch für viele Reisende bedeutet sie vor allem eines: ein mühsamer Spießrutenlauf ohne klare Richtung.